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Haupthof des Kölner St. Severin-Stiftes
In
Blintrop-Niedernhöfen hatte seit dem frühen Mittelalter die
drittgrößte Kölner Kirchengemeinde St. Severin – nach Dom und St.
Gereon – Teile ihres Grundbesitzes. Der Ursprung des Hofes wird auf
die Stammesgüter des Sachsenherzoges Widukind (730-792 n.Chr.)
zurückgeführt. Zu diesem Haupthof gehörten
zahlreiche Unterhöfe und Zinspflichtige, vorwiegend in den
Kirchspielen Affeln, Balve und Werdohl. 1390 waren es 23 Höfe und 4
„Kotten“, die zum Hofverband zählten. Eine aus dem Jahre 1779
stammende Zehntrolle führt insgesamt noch über 100 Namen auf, die an
die „Coloni Tillmann und Corman“ Naturalabgaben und Geldbeträge zu
leisten hatten.
Am Hof
bestanden alte Vogteirechte (Schutz und Aufsicht), die zunächst
durch den Erzbischof von Köln als Lehen an die Arnsberger Grafen
gekommen waren, später befanden sie sich bei den Grafen von der
Mark. Diese Rechte waren über Jahrhunderte ein ständiger Zankapfel
in diesem Grenzgebiet zwischen den beiden Grafschaften Mark und
Arnsberg.
Da
ursprünglich auch märkische Bauern an den seit 1368 im kurkölnischen
Herrschaftsbereich gelegenen Hof abgabepflichtig waren, kam es immer
wieder zu erbitterten folgenschweren Auseinandersetzungen, die sich
um 1500 sogar bis zu einem 10-jährigen Kirchenbann steigerten.
St.
Severin und damit Kurköln behielten letztlich jedoch in allen Fragen
der Gerichts- und Landeshoheit gegenüber den Märkern die Oberhand.
An
Stelle des durch Krieg oder Brand zerstörten Haupthofes zu Blintrop
ließ St. Severin um 1400/1500 die „niederen Höfe“ neu errichten.
Damit ging offensichtlich auch eine Grundstücksteilung unter den
beiden Niederhöfener Bauern einher.
1803
kam im Zuge der Säkularisation dieser Klosterbesitz an
Hessen-Darmstadt. Die beiden Erbpächter Anton Corman und Clemens
Tillmann erwarben 1807 in einem gemeinsamen Vertrag von der
Großherzoglichen Rentkammer zu Arnsberg für 6.000 Reichstaler ihre
bisherigen Pachtgüter als Eigentum.
Nach
dem Brand 1837 entstand aus dem bis dahin bestehenden „Doppelhof“,
in dem einige Gebäude gemeinsam genutzt worden waren, zwei
eigenständige Hofstellen. Um 1890 wurden Schaf- und Schweinestall
baulich zu einer Erweiterung verbunden. Ebenfalls wurden in dieser
Zeit eine Remise, ein neuer Pferdestall sowie eine Wasserleitung
gebaut. Hinter der Remise wurde später noch ein Hühnerhaus
errichtet. 1938 wurde das Wohnhaus einer grundlegenden baulichen
Veränderung unterzogen.
1980
wurde an der rechten Seite der Hofeinfahrt eine turniertaugliche
Reithalle errichtet. 2005 erfolgte der Bau eines zweiten
Schweinestalles.
Das Buch Niedernhöfen, das die Geschichte dieses alten
Haupthofes darstellt, ist im Oktober 2008 erschienen.
Das Buch ist erhältlich:
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